Haarausfall: So kann Mann sich irrenImpotenz, Arbeitslosigkeit, Haarausfall: die drei größten Ängste der deutschen Männer. Doch viele Männer wissen nicht einmal, dass man sich erfolgreich gegen Haarschwund stemmen kann. Prof. Dr. med. Hans Wolff, Dermatologische Universitäts-klinik München, stellt die häufigsten Irrtümer richtig.![]() Die wichtigsten Dinge des deutschen Mannes sind Sex, Arbeit - und ein Kamm. Denn deutsche Männer haben nach Erkenntnissen von Psychologen am meisten Angst vor Impotenz, Arbeitslosigkeit und Haarausfall. Sowohl beim Thema Sex als auch beim Haarausfall unterliegen sie oft erstaunlichen Irrtümern. Professor Dr. med. Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde der Dermatologischen Universitätsklinik München, wäscht deutschen Männern den Kopf – und nimmt mit den folgenden Antworten zu den weitest verbreiteten Missverständnissen in Sachen „Haare lassen“ Stellung. Behauptung: Häufiges Haarewaschen schadet den Haaren.
Prof. Wolff: Ob mit oder ohne Haarewaschen - der tägliche Verlust von bis zu 100 Haaren ist ganz normal. Beim Waschen gehen nur die Haare verloren, die demnächst ohnehin ausfallen würden.
Behauptung: Haarausfall entsteht durch falsche Ernährung.
Prof. Wolff: Obwohl schon Ärzte in der Antike daran glaubten, gibt es für diese Annahme keinen Beleg. Die häufigste Form des Haarverlusts bei Männern, die androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall), hat mit der Ernährung nichts zu tun. Sie ist genetisch bedingt und entsteht durch die vererbte Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen Dihydrotestosteron (DHT), das im Körper aus dem männlichen Hormon Testosteron gebildet wird. Gegen die Bildung von DHT richtet sich u. a. ein Wirkstoff, der in einer Tablette enthalten ist und in einer Langzeitstudie über fünf Jahre bei fast 90% der Betroffenen den erblich bedingten Haarausfall zum Stillstand bringen konnte. Weitere Informationen über verschiedene Produkte gegen Haarausfall (bei Männern) bietet das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST in einer jüngeren Ausgabe.
Behauptung: Regelmäßiges Schwimmen in chlorhaltigem Wasser führt zu Haarausfall.
Prof. Wolff: Schwimmen ist gesund. Niemand sollte sich durch dieses Märchen davon abhalten lassen. Auf das Chlor im Schwimmbad oder auf das Salzwasser im Meer reagieren die Haare höchstens mit Spliss. Auch die eng anliegende Bademütze erhöht das Risiko für Haarausfall nicht.
Behauptung: Gegen Haarausfall ist die Medizin machtlos.
Prof. Wolff: Das war mal, stimmt aber heute nicht mehr. Wir Dermatologen können heute Therapien empfehlen und verordnen, deren Wirksamkeit klinisch belegt ist. So ließ sich zum Beispiel die Wirksamkeit des bereits erwähnten Wirkstoffs in wissenschaftlichen Studien eindrucksvoll bestätigen. Dieses Mittel wird mittlerweile bei erblich bedingtem Haarausfall bei Männern von Hautärzten weltweit verordnet.
Behauptung: Zu viel Sonne lichtet die Haare.
Prof. Wolff: Tatsächlich kann es in den Sommermonaten, manchmal auch schon im Frühjahr, zu einem periodisch verstärkten Haarausfall kommen. Dabei handelt es sich aber nur um einen verstärkten Haarwechsel, der sich von selbst wieder reguliert.
Behauptung: Das ständige Tragen von Baseballkappen führt zu Haarausfall.
Prof. Wolff: Früher hat man enge Hüte, Uniformmützen oder Stahlhelme für den Haarausfall verantwortlich gemacht. Heute sollen die modischen Kappen die Übeltäter sein. All das ist Humbug. Ursache für den erblichen Haarausfall beim Mann ist eine genetisch vorbestimmte, im Lauf des Lebens auftretende Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf das oben erwähnte Hormon DHT.
Weitere Informationen zum Thema „Haarausfall“ und dessen Behandlung liefert die Initiative ProHaar unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 / 776 4227.
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