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Die Formen des Haarausfalls

Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig zu wissen, um welche Form des Haarausfalls man es sich handelt: In der Regel lassen sich die drei Formen - erblich bedingter Haarausfall, kreisrunder Haarausfall und diffuser Haarausfall - leicht voneinander unterscheiden. Meist genügt dazu schon ein Blick in den Spiegel.

Der erblich bedingte Haarausfall

Sowohl Männer als auch Frauen können von der so genannten androgenetischen Alopezie betroffen sein. Aber in der Erscheinungsform gibt es erhebliche Unterschiede.
Typischerweise beginnt die Haarlichtung bei den meisten Männern zuerst an den Schläfen: Die so genannten Geheimratsecken entstehen. Dann fallen die Haare im Scheitelbereich aus - anfangs schneller, später verlangsamt sich dieser Prozess. In den Folgejahren breiten sich die kahlen Stellen auch am Haarwirbel aus. Aus der Ausdünnung kann so schnell eine Tonsur oder eine komplette Glatze werden.
Bereits bei jedem dritten Mann beginnt der erblich bedingte Haarausfall vor der Vollendung des 30. Lebensjahres. In Ausnahmefällen kann er sogar schon in der Pubertät einsetzen. Das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Haarverlustes können individuell sehr unterschiedlich sein. Dennoch lassen sich drei typische Verlaufsmuster definieren:
Early Wildfire (Früher Steppenbrand): Der Haarausfall setzt um das 20. Lebensjahr ein und schreitet rasch fort. Noch vor dem 30. Lebensjahr ist das Hamilton-Norwood-Stadium V, VI oder VII erreicht. Näheres zu den Klassifizierungen nach Hamilton-Norwood finden Sie in der Rubrik "Diagnose".
Early Smoldering (Früher Schwelbrand): Der Haarausfall beginnt um das 30. Lebensjahr, setzt sich jedoch nur sehr langsam fort. Teilweise scheint der Haarausfall bei einem bestimmten Hamilton-Norwood-Stadium zum Stillstand zu kommen.
Late Onset (Spättyp): Der Haarausfall beginnt erst nach dem 40. Lebensjahr und schreitet nur langsam voran. Es kommt auch bis ins hohe Alter zu keiner kompletten Glatzenbildung.

Weiblicher Typ

Bei Frauen kommt erblich bedingter Haarausfall seltener vor. Gewöhnlich treten auch die Symptome erst sehr viel später auf - meist nach den Wechseljahren. Im Gegensatz zu den Männern bilden sich bei ihnen in der Regel keine völlig kahlen Stellen. Die Ausdünnung der Haare beschränkt sich vielmehr auf die obere Kopfpartie. Da Frauen unter dem Verlust ihrer Haare stärker leiden als Männer, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten.

Der kreisrunde Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall
Vom kreisrunden Haarausfall, der Alopecia areata, sind vor allem junge Menschen betroffen. Innerhalb weniger Tage bilden sich kreisrunde, kahle Stellen. Im Regelfall zuerst im Bereich des Hinterkopfs und an den Schläfen. Die haarlosen Stellen sind immer scharf begrenzt, können jedoch in der Größe variieren. In Extremfällen kann der kreisrunde Haarausfall sogar zur völligen Kahlheit führen - dann sind auch die Haare anderer Körperregionen betroffen.
Weisen die haarlosen Bereiche eine gänsehautartige Struktur auf, wachsen die Haare mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder nach. Die Haarwurzelstruktur ist noch intakt. Fühlt sich die Kopfhaut hingegen völlig glatt an, ist das ein sicheres Zeichen für tote Haarwurzeln. Diese können keine neuen Haare mehr hervorbringen. Im Allgemeinen verschwinden die kahlen Stellen aber wieder. Bei jedem dritten Patienten wachsen die Haare sogar schon innerhalb von sechs Monaten nach und bei jedem Zweiten spätestens nach einem Jahr. Ein Rückfall in den Folgejahren ist jedoch nicht ausgeschlossen.
Bis heute sind die Gründe für den plötzlich auftretenden kreisrunden Haarausfall nicht klar. Als Ursache vermuten Wissenschaftler allerdings eine Störung des Immunsystems oder eine psychische Erkrankung. Die Behandlung des kreisrunden Haarausfalls ist daher schwierig.

Der diffuse Haarausfall

Diffuser Haarausfall trifft Männer und Frauen gleich häufig. Geheimratsecken oder kreisrunde haarlose Stellen treten bei dieser Form des Haarverlustes nicht auf. Das Haar wird am gesamten Kopf dünner. Der Betroffene verliert täglich weit mehr als 100 Haare.
Oft ist der diffuse Haarausfall Symptom einer temporären organischen Störung. Die Haare fallen jedoch nicht sofort aus, sondern charakteristischerweise erst nach zwei bis drei Monaten. Wer also den Ursachen auf den Grund gehen möchte, muss in der Vergangenheit danach suchen.
Hohes Fieber oder grippale Infektionen können beispielsweise solche organischen Störungen sein. Sie führen meist jedoch nur zu einem zeitlich begrenzten Haarausfall. Nach wenigen Monaten wachsen wieder gesunde Haare nach.
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